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Morielen Offline

Die Träumerin


Beiträge: 306

09.06.2008 16:06
The First God - Prologue antworten

Prolog

‚Und so fällt der Schläfer in seinen ewig scheinenden Schlummer.’

Langsam öffnete die neugeborene Kreatur ihre Augen. Langsam erkannte es ein Licht, irgend etwas hinter der Dunkelheit. Langsam wurden Dinge klar. Es lernte, ohne dass jemand ihm etwas Beibringen würde. Das kleine Ding sah sich um. In der Ferne, weit ab der Finsternis, schimmerte etwas in einem leuchtenden, angenehmen Blau. Was war es? Wunderte sich die Kreatur. Es konnte es noch nicht wissen. Nicht so früh. Nicht nach seiner eigenen Erschaffung.
Es wusste wie man sich an diesem Ort bewegt. Es war dunkel, leer, hatte weder ein oben noch ein unten, und doch war da solider Boden, auf dem man stehen konnte, und frische Luft die man einatmen konnte. So bewegte es sich, lief auf das hell scheinende Licht in der Ferne zu, beide von einander angezogen. Die junge Kreatur wusste nicht wieso es da hin wollte.
‚Wieso eigentlich? Was ist dieser Ort? Was bin ich?’
Mehr Gedanken dieser Art liefen durch den Kopf des kleinen Dings. Bloss neugeboren, und schon so intelligent. Ja, sein Erschaffer war stolz, sehr Stolz. Etwas störte aber noch. Bloss was?
„Komm näher.“ Hörte die Kreatur von dort, wo er hin wollte, vom blauen Licht, doch es war kaum wahrnehmbar.
‚Woher weiss ich dass es blau ist? Woher kenne ich all diese Worte die ich denke?’
Es war schwer, sehr schwer, für die Kreatur und dessen Erschaffer.
‚Aber wieso? Was macht es schwer? Woher weiss ich, dass es schwer ist?’
Endlich erreichte das kleine Ding die blau leuchtende Sphäre, welches weiter weg heller zu leuchten schien, besonders in diesem dunklen Ort. Es starrte ein anderes Wesen an, grösser, älter, weiser, stärker – viel besser in jeder Hinsicht.
‚Wieso eigentlich? Was ist es? Wer ist es? Was macht es hier?’
„Ich werde deine Fragen beantworten, mein kleiner.“ Sprach die grössere Kreatur wie man zu einem Kind sprechen würde. Das war tatsächlich merkwürdig, für beide.
‚Was will es von mir? Wieso fühle ich mich so komisch? Wie kann ich überhaupt etwas fühlen?’
„Höre mir gut zu, und lerne zugleich, mein kleiner.“ Sprach das stärkere Wesen, wie ein Lehrmeister es einem Schüler sagen würde.
„Du bist ein Gott, ein sehr mächtiges Wesen, aber zuerst musst du eine Welt für dich selbst Erschaffen, ein zuhause, denn ich kann das nicht für dich tun, egal wie sehr ich es mir wünsche.“
‚Was ist ein Gott? Was ist ein Zuhause? Was ist eine Welt?’
„Du bist alleine, und ich muss gehen, doch ich will sehr bald wiederkehren und zusehen. Jedes Mal, dass ich zurückkehre, werde ich versuchen zu erklären, dir beizubringen was du verstehen musst.“
‚Wieso hilft es mir? Wieso will es jetzt gehen? Was ist alleine?’
Ohne ein weiteres Wort verliess das grössere Wesen das kleinere, ins Nichts verschwindend. Die kleine Kreatur beobachtete wie das blaue Licht verblieb, und ohne zu wissen wie, lächelte es. Es lernte wie man das gleiche schimmernde Licht macht, und mit einer kleinen Handbewegung erschien ein zweites. Es beobachtete die beiden winzigen Lichter, dann liess es sie herumschwirren, schneller und schneller, dann in mustern, wie ein wundervoller Tanz.
‚Wie kann ich das machen? Wie können diese Dinge das tun?’
Die Kreatur sah sich selbst an, und sah seine eigene Haut, welches pechschwarz war, wie die Umgebung, doch es schimmerte mit dem Licht der tanzenden Sphären. Ein merkwürdiges Erlebnis, sich selbst zu sehen, und zu wissen wer und was es war.
,Ein Gott? Eine lebende Kreatur? Ich?’
Es sah sich wieder in der Dunkelheit, die ihn umgab, um. Leer. Einfach.
,Langweilig.’
Es dachte ein wenig, dann etwas mehr. Es dachte was Momente schienen, aber genau so gut jahrtausende hätten sein können. Zeit aber, es war nichts. Noch nicht. Nicht jetzt. Nicht hier.
,Zeit?’
Es schüttelte seinen Kopf, dann machte es sich Kleider, denn auch wenn es hier nie heiss oder kalt wurde, schien es komfortabler.
,Warm? Kalt? Kleider?’
Es zog die Robe, die er erschuf, an. Es war fast so dunkel wie seine eigene Haut. Ja, es fühlte sich auch merkwürdigerweise besser an. Aber wieso? War es überhaupt wichtig? Nein. Das war es nicht. Nicht jetzt. Nicht hier…
,Wieso nicht? Wieso nicht jetzt?’
Wieder dieses Ding, dieses komische Problem. Diese waren alle Gedanken in seinem Kopf. Aber sie machten überhaupt keinen Sinn.
Es setzte sich auf den Boden, oder hätte es getan, wenn es einen Boden gegeben hätte. Dann, seinen Kinn auf seine Knie ruhend, welche er mit seinen Armen zusammenhielt, dachte es wieder, versuchte, einen Sinn zu kriegen.
Es dachte Momente, Stunden, Tage, Jahre – es war egal wie lange. Langsam kam der Sinn von einigen Gedanken, doch nur ein kleiner Funken von dem, was es Wusste. Und auch fing es an, sich einsam zu fühlen, welches recht störend war, in einem Ort, wo niemand war, in einem so leeren und einfachen Ort…
Es stand auf. Es musste mehr seiner Art geben! Und wenn sein eigener Erschaffer nicht mehr seiner Art machen würde, dann musste es das selbst in die Hand nehmen, genau wie es das Licht und die Roben machte. Aber wie? Diese Dinge waren doch blosse Gegenstände. Einfache Dinge…
Es überlegte wieder. Es musste eine Lösung geben. Zeit floss wieder vorbei, egal wie lange es dauerte. Und dann, endlich, kam ihm eine Idee auf.
Ja, einfache Objekte zuerst, aber dann lebendig. Wieso nicht? Es ging mit den lichtern, bis ihnen ihr eigener Willen gegeben war. Es sollte gehen.
Somit sammelte das Wesen seine Macht, gestete mit seinen Armen. Es schien seine Macht leichter kontrollieren zu können als zuvor. Es hätte nur denken müssen, doch Gedanken schweifen mit Leichtigkeit ab. Konzentration war wichtig, besonders mit etwas so grossem.
‚Woher weiss ich das?’
Langsam aber sicher erschien ein weiteres Ding. Es sah wie die kreierende Kreatur selbst aus, zumindest in der Form. Die haut aber, es war anders. Nicht schwarz, dunkel, aber hell, etwas zwischen orange, weiss und pink. Ja, dieses sollte ein guter Freund werden, und vielleicht, nein, sicherlich, nicht der Einzige, dachte es für sich selbst. Dies war nur einer seiner zukünftigen Freunde. Oder zumindest hoffte es das.
Nach einer längeren oder kürzeren Weile, war die leblose Form seines neuen Freundes vollendet. Es hatte schwarze Haare, und die Augen, die ein tiefes, dunkles rot zeigten, waren weit offen. Wäre es nicht leblos, würde man denken, dass es eine Kreatur sei, die schmerzvoll getötet würde.
,Schmerz? Tod? Töten?’
Das bald nicht mehr so einsame Wesen schüttelte seinen Kopf. Keine Zeit für sinnlose Gedanken, nein, jetzt war es Zeit um einen Freund zu machen. So gestete es wieder, die Augen schliessend, denn die beiden tanzenden Lichter waren sehr ablenkend, obwohl ihr schimmern sehr angenehm war…
Wenn seine Augen offen gewesen wären, hätte es Lichter von seinem eigenen Körper kommen sehen. Sie waren grossteils sehr dunkel, einige sogar schwarz, beinahe ungesehen. Sie waren schwach, weitab der Helligkeit ihrer kleinen tanzenden Freunde, doch sie machten ihren eigenen Tanz, um die Person schwirrend, von dem sie kamen. Dann, langsam aber sicher, flossen sie vom tanz, und machten sich auf zum leeren Körper ihres neuen Besitzers.
Die Augen öffnend, sah die erste der beiden Kreaturen seinen Freund in Konfusion blinzeln. Überglücklich sprang der Erste vom Boden in die Luft, beide welche eigentlich gar nicht da waren…
„Willkommen, mein Freund! Willkommen im Leben! Willkommen in der Existenz!“ sagte es glücklich. Nun ja, es war schon etwas, worüber man glücklich sein sollte.
„Wer – sind wir?“ fragte sein Freund. Unerwartet.
‚Ja, wer sind wir?’
Der kleine Erste überlegte, und dieses Mal nicht alleine, denn sein Freund brachte das Problem auf, und überlegte auch. Mit der Zeit hatten beide eine Idee, die Idee der Namen.
‚Was ist ein Name? Wieso hatten wir beide das gewusst?’
„Ich werde dich Böse, Perrghan nennen, zumindest jetzt, denn ich denke dass dies später wichtig sein wird.“ Sprach die kleine Kreatur zu seinem Freund. Aber er wunderte sich.
‚Woher weiss ich das?’
„Ich bin einverstanden, Freund. Und dich nenne ich –“ Perrghan unterbrach seinen Satz. Wie würde er seinen Freund nun nennen? Seinen Erschaffer?
„Ja?“
„Wie wäre es, wenn wir noch einen Freund machen würden, und dann diesen Fragen?“
Beide Nickten, beide stimmten zu. Beide arbeiteten gleich, machten je einen anderen Körper. Doch beide waren anders. Die neuen Körper waren dünner, kleiner.
„Du, mein Freund, gib ihnen Leben, denn ich weiss nicht wie.“ Sprach Perrghan traurig. Er selbst wollte auch erschaffen. Aber da er nicht diese Macht besass, war es ihm unmöglich. Zumindest jetzt.
Das ältere Wesen nickte, und wiederholte den Prozess, den es bei seinem Freund anwandte. Sein Freund sah die lichter, beobachtete mit Ehrfurcht wie die kleinen Kugeln aus licht, die rot und silbern waren, seinen Freund umkreisten. Dann teilten sie sich auf, die silbernen nach obern, die roten nach unten, bis sie ihren Tanz beendeten, und langsam zu je einen der bald lebenden Körpern schwebten, indem sie dann verschwanden.
Die neuen zwei bewegten sich langsam, blinzelten in Verwirrung wie es Perrghan zuvor tat, und derjenige, dem sie ihr Leben verdankten, lächelte zufrieden, nun endlich mehr Freunde sehend.
„Ihr beide seid auch willkommen im Leben.“ sprach er, zu beiden nickend.
„D – danke, Freund.“ sagte eine Stimme, eine Stimme recht anders von den anderen Stimmen die die kleine Kreatur zuvor hörte. Es war süsser, sanfter, schöner und mehr noch, und es schien einfach perfekt zu diesem Wesen zu passen…
„Eure Namen werden Chaos, Quaem und Gut, Assavlai sein.“ Sagte er, zuerst zu dem zeigend, der die roten Sphären bekam, dann zum anderen. „Doch habt ihr einen Namen für mich?“
Alle drei seiner Freunde schüttelten ihre Köpfe. Also wusste niemand einen. Vielleicht ein anderer?
„Ich werde noch einen Freund machen, dann werden wir ja sehen.“
Und so begann die kleine, immer noch namenlose Kreatur an einem neuen Körper zu arbeiten. Seine Arbeit beendend schloss er die Augen, und liess viele kleine, völlig weisse Lichter den vierten Körper betreten, während die anderen ihn genau beobachteten.
„Ordnung, Ghor, so wie ich dich nun nennen werde, sei willkommen zu unserem Schicksal.“ Sagte die namenlose, jedoch mächtige Kreatur, lächelnd und nickend.
„Ghor sei mein Name? Nun gut, meine Freunde, so sei es.“
Der Kleine sah zu allen seinen Freunden. Sie hatten etwas das er hatte…
Dann erinnerte er sich, und er machte für jeden seiner Freunde eine Robe, welches ihnen sofort angezogen wurde.
Böse hatte eine Robe ein wenig wie das des Kleinen, bloss mit einem hauch von rot, dass zu seinen Augen passte. Quaem, mit dem wilden roten Haar, bekam eine Robe in allen roten Farben, mit ein wenig Gelb, wie ihre Augen, doch es gab keine klaren Muster. Assavlai erhielt eine Robe aus Silber, und ein wenig gold, beide Farben ein wunderschönes Muster kreierend, welches wundervoll mit ihren silbernen Augen und blondem Haar passte. Ghor trug nun eine weisse Robe, doch es schien zu passen, besonders mit diesen grauen Augen und dem weissen Haar dass er hatte, welche perfekt zu sein schienen.
Nach diesen kleinen Kreationen, wandte er sich Ghor zu, und fragte „Hast du einen Namen für mich, mein Freund Ghor?“
Dieses Mal bekam er nicht sofort ein klares „Nein“. Stattdessen war da nun eine schmerzende Stille, doch sie war auszuhalten, denn vielleicht war es wichtig. Die Zeit flog vorbei, alle bloss auf Ghor starrend, die Antwort erwartend, und dann kam es auch endlich.
„Ich glaube ich habe einen Namen für dich, mein Freund, ich denke das habe ich. Du musst aber entscheiden ob du es willst oder nicht, denn wenn es dir nicht gefällt, denken wir dir einen anderen aus.“ sagte Ghor weise, sehr zum Gefallen des vielleicht bald nicht mehr so namenlosen Kleinen.
„Sprich dann, bitte! Fahre fort!“ sagte die kleine Kreatur aufgeregt zu Ghor. „Bitte!“
Nickend fuhr der zuletzt erschaffene fort. „Ich mag den Klang von Yollan, und ich glaube sogar, dass es zu dir passen würde. Was denken die anderen?“
Sie alle nickten, denn sie waren alle einverstanden, and so war es der Kleine, nun Yollan genannt, auch.
„Wundervoll! Wundervoll! Nun bin ich weder einsam, noch namenlos. Nun habe ich weder angst, noch bin ich traurig!“ sagte er laut und mit Freuden. Er hatte sicherlich das Recht dazu. Und jedes Wort war wahr.
‚Was ist Furcht? Was Trauer? Wie kann ich diese Dinge fühlen, ohne es zu bemerken?’
„Ja, Freund! Ja! Wir alle haben nun was wir uns wünschten, nicht?“ sagte Ghor in einem ähnlich glücklichen Ton.
Zusammen waren sie jetzt. Fünf Freunde, fünf Götter, und doch fehlte etwas, etwas Grosses, etwas, dass in den Gedanken und Erinnerungen Yollans fest sass. Dann bemerkte er was es war, fand noch ein Problem, eines, dass schwer zu lösen war…
„Wir brauchen nun ein echtes Zuhause, eine Welt hinter dieser Dunkelheit.“ Erzählte er seinen Freunden. „Wir müssen einen Ort erschaffen, doch wie, weiss ich nicht. Dieser Ort existiert immer. Ich weiss nicht wie ich dass ändern könnte.“
‚Wie kann ich das wissen? Was weiss ich sonst noch von diesem Ort?’
Die anderen verstanden das Problem, und nickten. Dieser Ort was dunkel, schien kalt, traurig, eintönig. Dies war kein guter Platz zum Leben, und ein Zuhause zu nennen. Und wieder fielen alle in Stille, während sie über eine Lösung nachdachten. Sie überlegten und überlegten, bis einer fragte „Gibt es eine Welt hinter den Grenzen dieser, in der wir jetzt leben?“
Yollan überlegte einige Zeit lang über Quems frage.
‚Gibt es etwas hinter der Dunkelheit? Kann ich etwas dahinter erschaffen?’
Schlussendlich nickte er. Ja, etwas tief in seinem Innern sagte, dass es möglich sei. Was auch immer es war, es wusste mehr als er im Moment. Aber es war egal. Er war nicht alleine.
„Ja, meine Freunde. Wir werden uns unser eigenes zuhause erschaffen, ein Heim an den Grenzen dieses Ortes vorbei. Ich werde den ersten Schritt tun, und dann werdet ihr mir helfen, es weiter zu führen. Ich werde euch auch hinführen, wenn es euch nichts ausmachte.“ Das sprach er, zufrieden mit sich selbst, und auch mit dem was er über diese Welt – Existenz – wusste, auch wenn er es nicht verstand.
„Natürlich helfen wir dir!“ sagen die Vier gleichzeitig. Ja, sie wollten helfen, wollten ein zuhause, und wollten auch dieses neue zuhause sehen.
Also begann der kleine Yollan wieder mit seinen Mächten der Erschaffung zu wirken, und bald, auch wenn niemand etwas sah, wurde eine neue Welt der Existenz geschaffen, in form einer Kugel – eines Planeten. Auf dieser Welt wuchsen jegliche pflanzen, auch in den tiefen der Meere. Die mächtigen wellen schlugen auf die Klippen der einzigen, grossen Insel. Das Gras wuchs hoch innert weniger Momente, und die Bäume taten es gleich. Tiere begannen auf der Welt zu wandern, Vögel der Jagd, die erdgebundenen Wesen wie Wölfe, Bären, Rehe, Hasen; in den Meeren tummelten sich die unzähligen fische; und überall gab es noch mehr.
Am Fusse des hohen Berges stand ein Gebäude, gemacht aus hellem Marmor, das Gestein so glatt dass es mehr als perfekt gebaut war. Die Säulen standen hoch und reichten bis in den Himmel, obwohl es niemals so hoch wie die spitze des kalten, schneebedeckten Berges kommen würde.
All dies, und mehr, wurde plötzlich aus dem nichts erschaffen, so, als ob es immer da stand, nur unsichtbar. Aber keiner war da um es zu sehen. Keiner konnte es. Noch nicht.
Erschöpft setzte sich der kleine Yollan hin. Er versuchte so vieles in so kurzer zeit zu tun. Es braucht viel seiner Macht, Macht, welches alles aus ihm zu ziehen schien.
‚Also bin ich begrenzt? Trotz allem bin ich so schwach?’
„Bist du in Ordnung, Freund?“ hörte der kleine. Es war eine besorgte stimme, und er konnte nicht zuordnen, wer mit ihm sprach. Er was zu schwach dafür. Zu schwach…
„Ja, mir geht es gut. Sorgt euch nicht um mich.“ Das war alles, was ihm als antwort einfiel. Er wusste jedoch, dass sie ihm nicht glauben würden. Er wusste zwar nicht, wie er aussah, aber die anderen sahen es. Er war schwach, keuchte, atmete zu schwer, und ein Körper schien unglaublich erschöpft.
Das war Schwäche. Der Preis der Kreation, des Gebens von Leben.
„Yollan, du solltest dich ausruhen.“ Schlug Assavlai vor. Es war ein sehr willkommener Vorschlag.
Mit einem nicken legte sich der kleine Yollan hin, und schloss seine müden Augen. Er fiel in einen Schlaf, einen tiefen Schlaf, denn das erschaffen einer ganzen Existenz war zu viel, sogar für jemanden wie der Erste, dem einen, der zuerst in dieser Welt zu leben begann.
In seinem Schlaf redeten die anderen Vier, wunderten, wie ihre neue Heimat aussehen würde, und spekulierten. Sie wunderten auch, ob sie selbst ihre eigenen Welten erschaffen könnten, and wie diese dann aussehen würden. Aber keiner wusste, wie die Welt ihres Erschaffers und Freundes aussah. Sie konnten es nicht wissen, bis er erwachen würde.
Welches er früher oder später tat, genau zur richtigen Zeit, denn sie hatten dort keine Ideen mehr.
Er öffnete langsam seine Augen, fast genau so wie damals, welches so lange her erschien, dem Mal, als er zum ersten Mal erwachte, lernte, dachte. Es fühlte sich auch gleich. Alles war zuerst fremd, bis es langsam einen Sinn ergab. Er sah ein Licht, dann ein zweites, und beide tanzten in der ewigen Dunkelheit.
Er begann aufzustehen, langsam und vorsichtig. Sein Kopf tat ihm weh. Es pulsierte mit stechendem Schmerz.
‚Schmerz? Wie? Weshalb?’
Die anderen drehten sich ihm zu. Sie schienen froh zu sein, dass er endlich erwachte, und froh, dass es ihm besser zu gehen schien. Er sah nicht mehr so schwach oder müde aus. Er sah sogar fast besser aus, als vor der Erschaffung ihrer neuen Heimat.
„Dürfen wir nun unser neues Zuhause sehen?“ fragten sie neugierig, doch auch mit Sicherheit, denn sie wussten, was die Antwort sein würde.
Yollan nickte, und hielt seine Hände zu ihnen.
„Ja, alles ist bereit, und ihr könnt nun unsere neue Heimat sehen. Bitte, nehmt meine Hände, so dass ich euch dort hin führen kann.“ Sagte er ihnen, und deutete mit einem kurzen nicken auf seine Hände. Er konnte nicht mit den Fingern schnippen und sie dort erscheinen lassen, nein, er musste sie von dieser Welt wegziehen.
‚Wieso? Wieso nicht?’
Mit einem nicken nahmen die vier seine Hände, zwei an jeder Hand. Dann bewegte sich der kleine Yollan rückwärts, und zog sie mit. Sie verschwanden von der Dunkelheit.
Aus dem Dunkel in das Licht, welches brennend und blendend schien, war schwer für die Vier. Sie bedeckten ihre Augen, denn es war zu hell für sie, doch nicht für den Kleinen.
‚Wieso Schmerzt es sie? Wieso nicht mich?’
Doch auch die Vier gewöhnten sich an die helle Welt, und konnten es endlich sehen.
Das gras war smaragdgrün, die wenigen Bäume umher hoch und stark. Das marmorne Gebäude, obwohl es so anders war, schien perfekt in die Welt zu passen.
Es war warm an diesem Ort; alles schien so anders als in der Dunkelheit, in welchem sie zuvor lebten. Hier war ein ewiges Licht, ungleich der anderen Welt. Es war heir gefüllt mit unzähligen Details, so viele Variationen und unterschiede. Es war chaotisch, und dennoch in perfektem Einklang.
Die vier lächelten, und beobachteten, denn wie waren froh, und wollten erkunden. Bald genug erkannten sie das Singen der Vögel in den Bäumen, zu schön um einzuklingen.
Sie erkundeten, betrachteten, lauschten und bekam nie genug von dieser Welt, bis sich der Himmel rot färbte, und die Wolken zu brennen schienen.
Alle gingen zu Yollan, mit fragendem blick, doch auch er selbst wusste nicht, wieso das war.
‚Habe nicht ich dies alles erschaffen? Wieso weiss ich nichts hiervon?’
Ohne antwort betrachteten die Vier, wie die Feuer sich in Asche verwandelten, wie das einstige Blau sich zu Schwarz färbte. Aber es war nicht völlig dunkel. Es standen unzählige lichter, hoch oben, so hoch dass das Licht nur knapp den Boden erreichte.
Und da war noch ein anderes licht, gross, fast wie die Sonne die sie zuerst Begrüsste, doch ohne sie mit ihrer Schönheit zu blenden. So betrachteten sie Sterne und Mond, und auch hier und da eines der vielen, ihnen fremden Tiere, welches in der Nacht umher schlichen, biss das schwarz wieder sich zum Licht wandte, in demselben, feuerfarbenen Ritual.
„Diese Welt“ begann Quaem „Ist mehr als ein wunderbarer Ort.“
Die anderen nickten, stimmten zu. Sie waren alle glücklich. Sie hatten ein wunderbares zuhause. Doch etwas fehlte ihnen dennoch.
Es gab so viele Tiere, pflanzen, wunder, Geheimnisse. Doch wie waren nur fünf. Fünf Götter.
„Lass uns mehr Freunde machen.“ Schlug Ghor vor. Seine Geschwister stimmen seinem Vorschlag zu. Yollan, jedoch, zuckte nur mit seinen Achseln.
„Wenn du denkst, werde ich euch lassen. Ich werde zusehen, und betrachten, wie ihr ohne mich das tut.“ Sagte er nach kurzer, schmerzender stille, denn auch der Wind schwieg zuvor.
‚Es gibt einen Wind? Weit wann? Wieso?’
„Nun denn, mein Freund“ sagte Assavlai „Wir werden sehen was wir tun können.“
Und so begannen die drei, die aufsprachen, ihre Kräfte zu benutzen, und jeder von ihnen erschuf einen Körper. Sie wunderten, als sie fertig waren, wie man ihnen Leben gibt, und blickten zu ihrem Freund und Erschaffer.
Dieser jedoch, war auf Perrghan aufmerksam geworden.
„Perrghan, willst du denn nicht auch mehr freunde?“ fragte Yollan.
Der angesprochene nickte, und sagte dann „Natürlich, natürlich, doch wir wissen nicht wie Leben geben, oder?“
Nach den Worten lief der Kleine zu den drei Körpern. Er studierte sie. Einer sah aus wie Perrghan und Ghor, der andere schien Quem und Assvalai ähnlich. Der letzte schien jedoch eigenartig. Er dachte, wunderte was er tun solle, dann schliesslich wandte er sich zu seinen freunden, und sprach „Ich werde euch zeigen wie, doch nur ein einziges Mal. Schaut gut zu, und lernt. Bringt es den dreien bei. Ich werde euch danach nur noch beobachten.“
Er wandte sich wieder zu den leblosen Körpern, dann sprach er einen Zauber auf jeden der drei, doch dieses Mal ohne Gesten oder Licht. Momente waren vorbeigezogen, dann, mit einem plötzlichen, blendenden Lichtblitz, konnte man Geräusche von den dreien hören.
Als die falsche Dunkelheit der Blindheit vorbeizog, sahen alle ihre neuen Freunde.
Einer war kräftig gebaut, nicht der stärkste, aber dennoch. Jedoch schien er etwas blass, und seine Augen waren fast schwarz; ein starker Kontrast zu seinen blassen, weissen Haaren. Der zweite Freund war Assvalai ähnlich, doch ihre Augen waren so blau wie der Himmel, und ihre haare waren bei weitem nicht so hell.
Der Dritte Freund, er schien ein zerbrechlicher geselle zu sein, gleichzeitig jedoch auch beweglich, und seine Augen waren der Farbe vom Gras ähnlich. Seine haut war auch etwas dunkler als die der anderen, und seine Ohren schienen – komisch.
Yollan beobachtete sie alle, alle drei, wie sie sich wunderten, wie er einst. Dann trat er einen Schritt zurück, um zu sehen, wie die Vier auf ihre neuen Freunde reagieren würden.
Zuerst waren diese unsicher, was zu tun, bis sie sich endlich grüssten. Als die drei dann nach ihren eigenen Namen fragten, wandten sich alle blicke wieder zu Yollan, dem kleinen Gott, der nur beobachten wollte. Er seufzte, und blickte zu den dreien.
Er überlegte kurz, sprach dann, zum Bleichen zeigend „Dein Name soll Tod, Xorrnak, sein.“ Danach zeigte er auf die, die Assvalai ähnlich sah, und fuhr fort. „Dein Name ist Leben, Yeshillah.“ Schliesslich blickte er zu dem, der fremd erschien, und beendete die Namensgebung mit „Dein Name, schlussendlich, soll Schicksal, Aelleniv, lauten.“
Alle stimmten zu, und waren glücklich, mit den Namen.
‚Aber kennen sie die Bedeutung? Wissen wie, was sie repräsentieren?’
Der kleine lief zum Gebäude, und setzte sich an den sanft geschliffenen stufen hin. Er beobachtete die anderen mit einem inneren lächeln, stolz und zufrieden mit sich selbst. Er beobachtete sie alle, was sie taten und tun würden.
Jahre Vergingen, doch für einen Gott waren es blosse Momente…

Nach endlosem reden und zuhören, stimmte er seinen Freunden zu, ihnen beizubringen wie man leben erschafft, richtiges Leben. Sie störten ihn schon so lange wegen dem, aber sie waren freunde, also musste er ihnen helfen. Wie kleine Kinder jubelten sie, als er endlich zustimmte.
Yolaln lachte. Es war wirklich ein freudiges Erlebnis.
„Nun, ich dachte ich würde es euch nicht mehr zeigen, meine Freunde, aber scheinbar muss ich trotzdem.“ Sagte er, seine stimme hörbar älter.
Die anderen nickten schnell. Es sah zum lachen aus. Und weil dies so war, lachte Yollan auch. Es machte spass, mit seinen sieben freunden.
Die vergangenen Jahre, welche eher wie wenige Tage erschien, waren grossartig. Sie spielten, sprachen darüber, was man noch alles kreieren könnte, grossteils Tiere und Pflanzen, und Yollan stimmte dem meistem zu. Sie konnten zwar noch nicht wahrlich Leben erschaffen, dennoch würden sie es bald können.
„Nun denn, ihr alle, macht euch bereit für eine lange, lange Trainingssession!“ sage er, über das ‚Langsein’ scherzend.
Grinsend machten sie einen Halbkreis um ihren grossen Freund. Bevor er begann, blickte er jeden einzelnen an, und überlegtem sich, ob was er vorhatte auch weise war.
Aber ja, das war es. Sie waren älter, so wie er. Sich, nicht so alt wie sein eigener Vater war, als er ihn das erste Mal sah – welches ja auch das erste Mal war – aber wie waren besser in allem, und hatten sehr gute Ideen, jeder einzelne von ihnen. Und doch waren sie weit vom erwachsen sein…
„Nun gut, ihr wisst wie man dinge erschafft, die nicht leben.“ Sprach her, mit seiner hand auf das schönere, weit grössere Marmorgebäude hinter ihm. „Ihr wisst das, und ihr werdet besser mit jedem versuch. Nun will ich euch zeigen, wie man leben gibt, mit einem blossen Gedanken.“
Mit den letzen worden spross eine weisse Rose plötzlich aus dem Boden, und stand dort, in voller Schönheit, so als ob es immer dort gewesen wäre.
Beeindruckt, wie immer, gaben die sieben auch laute wie ‚Ohh’ oder ‚Ahh’, und schienen den Unterhalter zu unterhalten, welcher jedoch nun hätte belehren sollen, und nicht lachen, so wie er es nun tat.
‚Wie wahr.’
Er lächelte seinen freunden zu, welche kaum abwarten konnten, das Selbe wie er selbst zu tun. Sie würden nicht mehr kommen müssen, um tausende Fragen zu stellen. Sie können ganz einfach tun.
„Nun, Freunde“ fuhr er fort „Es ist relativ simpel. Zuerst müsst ihr wissen, was ihr machen wollt. Ich dachte an eine weisse Rose, genau dort, wo sie stand. Ich habe an sie gedacht, und dann stellte ich mir sie als lebendes wesen vor, nicht eine dumme Pflanze, noch immer genau so, wie sie nun hier ist. Konntet ihr mir folgen?“
Alle sieben nickten.
„Gut. Nun, ihr alle, versucht etwas Lebendes zu kreieren, aber dennoch nichts all zu grosses. Wir werden diese später bearbeiten.“
Und wie auf befehl liessen die sieben dinge aus dem nichts erscheinen. Dennoch waren nur fünf dieser ‚Dinge’ – Tiere und Pflanzen – lebend. Die beiden, die noch nicht das Leben erschaffen konnten, waren Xorrnak und Perrghan.
Yolaln sah zu ihnen, und wunderte, ob es schon begonnen hatte.
‚Ob was begonnen hat?’
Er schüttelte seinen Kopf, zu den beiden blickend.
„Ich vermute, es wird euch etwas länger beschäftigen.“ Er seufzte enttäuscht. „Keine Sorge, es ist nur eine Frage der Zeit.“
Er liess alle miteinander nochmals ihr werk versuchen, doch kaum etwas änderte sich. Noch immer waren es nur diese beiden, welche leblose Statuen erschufen, und noch immer waren es die anderen fünf, die leben erblühen liessen. Langsam verstand er seine eigene Frage. Tod kann nicht Leben schaffen. Das Böse will nicht reines schaffen, ausser das Böse selbst ist rein…
Was dachte er sich da gerade?! Dies waren seine Freunde, nicht mehr und nicht weniger. Alles was sie brauchten war Zeit um zu lernen. Sie würden es eines Tages verstehen. Irgendwann würden sie auch reines Leben in die Welt setzen, vielleicht gar grössere, reinere Dinge als ihre Geschwister!
„Ah, ihr Fünf dürft gehen, ich werde es weiter mit den beiden hier versuchen.“ Sagte er zu den erfolgreicheren seiner freunde, und zeigte dann auf die beiden anderen, die entweder keine Lust oder kein Talent zu haben schienen.
Die fünf angesprochenen gingen um neues Leben zu erschaffen, doch Yollan bemerkte nichts von dem. Ihm war es auch egal. Jetzt wollte er nur seinen zwei Freunden, Xorrnak und Parrghan, helfen. Er wollte ihnen beibringen, wie man Leben schafft, denn es war ein grossartiges Gefühl. Zumindest für ihn.
„Was habt ihr beiden?“ fragte er sie, in der Hoffnung das sie eine Antwort hätten. Auch hoffte er, dass sie nicht beleidigt werden würden.
„Ich weiss es nicht.“ Sagte Perrghan „Ich tat was du mir sagtest, zuerst an einen toten Körper denkend, in der Form in der ich es wollte, und dann stellte ich es mir mit Leben vor. So hattest du es uns gesagt.“
Xorrnak nickte. Er schien zuzustimmen. Also, wo war dann das Problem?
Sie konnten nicht erschaffen. Das war ihnen unmöglich! Sie waren niemals dafür bestimmt. Nicht einmal in einem Zeitalter,
Nein! Sie konnten es tun, so wie alle anderen. Sie waren ein Teil von ihm, als es auch die anderen waren. Sie hatten die gleichen Kräfte, wie ihre fünf Geschwister. Nein, sie mussten die Gabe haben, egal was er sich momentan dachte! Egal, was ihn in seinen Gedanken verleitete!
„Versucht es weiter, ja? Und merkt euch immer konzentriert zu sein, immer, und seht das wesen als etwas lebendes, fühlendes.“ Sagte Yollan schlussendlich. Nach kurzer Pause verliess er dann die beiden, um sich auf die Suche nach seinen anderen Freunden zu machen, die nun durch die gesamte Insel verstreut waren.
Diese fünf würden nun eine andere art des erschaffenes von leben erlernen. Es war ein weg, den ein stück der eigene Seele nahm, dem wichtigsten Teil eines Lebewesens; alles, welches wahrlich lebte hatte eines. Eine Seele würde den toten Körper verlassne, und auf einen neuen, würdigen Körper warten, sollte es soweit kommen. Ja, die Seelen hatten eine Art Eigenleben.
‚Merkwürdig, ich wusste das nicht zuvor…’
Er schüttelte seinen Kopf, begab sich dann in die Richtung der Höhlen, eine rechte Distanz vom Marmorgebäude entfernt. Diese Höhlen waren eines Tages einfach erschienen, mit alle dem was darin hauste, wie zum Beispiel Ungeziefer und pflanzen, die nie in der Sonne überleben könnten.
Drinnen hörte er ein leises murmeln, und zwar ein bekanntes. Es war die Stimme von Quaem, aber was sie sagte konnte er nicht verstehen. Neugierig wie er war, trat er den Geräuschen näher, und seine schritte führten ihn tiefer in die Finsternis. Obwohl es nach einer weile kein licht mehr gab, konnte Yollan so gut sehen wie im tageslicht.
Schlussendlich, tief unter und im berg, fand er Quaem, wie sie mit einer kleinen Spinne sprach. Eine rötliche Lichtkugel war über ihnen, und erhellte zumindest ein wenig den ort.
Nun ja, kleine spinne war etwas inkorrekt. Es war eine eigentlich riesige Kreatur, beinahe schwarz und kaum auszumachen im dunkel. Dennoch waren einige rote streifen erkennbar…
„… verstanden? Iss’ mir ja keinen meiner freunde!“ sprach sie zu der Bestie, welches so hoch stand wie sie. Komischerweise nickte das ding. Es war ungewöhnlich, eine spinne nicken zu sehen…
„Quaem,“ begann Yollan, während er versuchte die Verwirrung und Überraschung aus seinen Gesichtszügen zu entfernen. „Bitte, komm’ mit. Ich will euch mehr beibringen.“
Quaem streichelte den kopf der behaarten Bestie, drehte sich dann zu ihrem Freund, und sagte: „Ich bin bereit.“
Nickend begab sich Yollan wieder zum Eingang. Noch wenigen momentan hörte er ein klicken, so als ob etwas dünnes den Boden schlagen würde. Keinen Herzschlag später drehte er sich um. Nichts war im schwachen licht der roten Kugel zu sehen. Keine riesigen Spinnen verfolgten sie.
‚Wieso bin ich so nervös?’
Er zuckte mit seinen achseln, blickte dann wieder nach vorne, und sah den entfernten, von der sonne beleuchteten teil der höhle. Sobald er wieder dort, war, würde er sich sicher fühlen. Er wusste das.
Schritt für schritt arbeiteten sie sich ihren weg dorthin.
‚Weshalb erscheint es so weit weg?’
Das erste Mal in seinem Leben erschien etwas sehr, sehr lange zu dauern. Das erste Mal begriff er, was es hiess, Angst zu haben. Aber was gab es denn zu fürchten? Was erbrachte ihm dieses fremde gefühl?
Er schüttelte seinen Kopf. Natürlich, Quaem wollte auch antworten, denn sie hatte ihn nie so gesehen; doch genau das liess sie schweigen. Und er wiederum sah es ihr an. Es war nur all zu klar. So wie sie gerade aussah, hätte er wetten können, dass die ganze Insel seine furcht wahrnahm…
Noch immer in gedanken versunken, verliessen sie beide die Höhle, und kamen in einen Wald. Und dann, vollkommen unerwartet, stiess er geradewegs mit irgendwas zusammen.
Langsam blickte er hoch, seine gedanken noch halb bei der angst, und wunderte sich, was gerade aus dem nichts erschienen war. War er erblickte war eine menschenähnliche gestalt mit wunderschönen, weiss gefiederten flügeln; die muskeln des fremden wesens schienen zusätzlich noch auf kraft hinzuweisen.
Dieses Ding hätte kaum perfekter sein können!
„Wer – Was bist du?“ fragte Yollan. Er wollte zuerst wissen was es war.
Die geflügelte kretur verbeugte sich tief, als ob es den jungen gott unglaublich respektierte. Das ehrte Yollan! Nach der verbeugung sprach es endlich.
„Man nennt mich Sor’neth, mein Herr. Ich bin euer Diener und Führer, so wie ich es auch bei eurer Geburt war.“ Sprach es, sein blick wie das eines treuen dieners zu einem mächtigen König.
„Diener? König? Meine Geburt?“
Ausnahmsweise dachte Yollan seine unzähligen, immer unbeantworteten Fragen nicht. Dieses mal sagte er sie laut, und zeigte unfreiwillig die vielen Jahre der Verwirrung seiner Freundin Quaem. Aber im diesem moment war es egal. Er wollte Antworten.
„Ah, mein Herr, Ihr werdet das, wonach Ihr sucht, eines Tages erhalten. Doch nicht heute. Ich bin euer Führer, der erste meiner Art die existiert, und ich habe mich entschieden, mich Euch zu zeigen, denn ich denke ich werde so eine grössere hilfe für Euch sein, mein Herr.“
Yollan schüttelte seinen Kopf zu diesen Worten. Er war sprachlos.
Quaem, hingegen, war es nicht. Sie war sehr neugierig, so wie auch alle es gewesen wären. Doch es waren nur die drei da. Und die anderen wussten nicht, was sich hier gerade abspielte. Ausser vielleicht diesem Sor’neth…
„Also, du führst unseren Freund. Und was ist ein ‚Diener’?“ fragte sie, neugierig was dieses Wort bedeutete.
„Ein Diener dient. Ein Diener tut das, was ihm gesagt wird. Ein Diener soll Loyal zu seinem Herren sein. Ich bin Loyal zu meinem Erschaffer, zu mir selbst, und zu denen, die meine beiden Herren mir sagen, dass ich loyal sein soll.“ Antwortete die Kreatur ohne zögern. Vielleicht hatte er die antwort ja auswendig gelernt, oder er verstand es, seine Worte so zu benutzen, dass es keine Missverständnisse gab.
Egal was es war, Quaem war zufrieden. Und sie bekam Ideen, Ideen, welche niemals hätten kommen dürfen…
Doch keiner sah das innerliche grinsen, keiner bemerkte es. Sie konnten es nicht. Aber sie würden es bald genug bemerken.
„Aber… Ich brauche keinen solchen… Diener.“ Stotterte Yollan nach einiger zeit. Zwar hatte er dank Quaem eine frage weniger, aber dafür viele mehr…
‚Des Suchers Finder, des Finders Sucher.’ hörte er. Es waren nicht seine eigenen Gedanken. Jemand sprach zu ihm, und zwar so, dass nur er es verstand…
„Herr, wann auch immer Ihr wünscht mich zu sprechen, so ruft einfach. Und das Gleicht gilt, wenn Ihr meine Dienste benötigt.“ sagte Sor’neth, sich zu seinem sehr verwirrten Meister verbeugend.
Nur einen Moment später verschwand der Geflügelte aus jeglicher Sicht, so als ob er nie da gewesen wäre…
Yollan blinzelte. Das alles war einfach so verwirrend. Aus dem nichts erscheint en wesen welches er nie zuvor sah, unterhält sich ein Weilchen, und verschwindet dann wieder, mehr Fragen als Antworten hinterlassend. Jedoch war da eine Sache, die ihn beruhigte: Dieser Sor’neth versprach Antworten, irgend eines Tages. Eines Tages…
„Komm schon, Yollan, mein Freund.“ Sagte Quaem, ihn aus seinen Gedanken reissend. „Wir suchen doch die anderen, oder? Dann lass’ uns sie suchen!“
Sie hatte recht, und das zwang ihn, seine gedanken schnell zur seite zu legen und seine prioritäten zu setzen. Er sollte nun die anderen finden, wo auch immer sie waren. Sie finden, und ihnen die Kunst der wahren Erschaffung beibringen…

Langsam wuchsen die Welten. Yollan beobachtete wie seine Freunde mehr der Götter schufen. Er beobachtete nur. Er wollte nicht mit ihnen erschaffen. Und nach einer Wile konnte er sehen, wie jeder der Götter seine eigene Welt erschuf, ausser ihm. Er beobachtete wie beinahe jeder dieser neuen Welten Leben er hielt. Es war ein merkwürdiges Leben. Die Wesen hatten keine Macht, waren schwach, und dennoch neugirig wie die Götterkinder selbst; zudem lernten sie sehr schnell. Sterbliche, so nannte er sie, denn sie starben wie die Fliegen. Einhundert Jahre wurde der älteste Alt, nicht mehr, bevor er durch Schwäche starb. Er sah nun den Tod, und die beudeutung des Todes. Er sah wie sein Freund mit gleichbedeutendem Namen, Xorrnak, immer stärker wurde für jeden dieser Sterblichen, der verendete. Das Bedeutete sein Name – Das Ende des Lebens eines Wesens welches Denken konnte, ein fühlendes Herz hatte, eine Seele besass, und einen Körper hatte. Genau das war es…
Yollan sah noch andere Dinge. Yeshillah wurde mit jedem der Sterblichen, welches auf die Welt kam, mächtiger. Je mehr die Welten bevölkerten, desto mehr Macht besass sie. Ihr name bedeutete das Geben von den vier Gaben des Lebens…
Irgendwann beobachtete Yollan auch Perrghan, wie er seine Macht stieg, wie seine Kraft grösser wurde, wann auch immer ein Sterblicher irgendwie einem anderen Leid zufügte. Es waren nicht nur die körperlichen Wunden, die Perrghan stärkten. Manchmal wurde er auch Stärker, wenn ein Herz gebrochen wurde, oder gar eine Seele verwundet. Angst wurde auch vielfach verbreitet durch diese Taten. Und auch das Machte Perrghan Stärker. Dennoch, es gab noch viele andere Dinge, die ihn Mächtiger werden liessen…
Zugleich wurde Asslavai’s Macht särker. Es war unverständlich, doch es war so, und zwar nur, wenn die Sterblichen einem anderen etwas gaben, und zwar aus eigenem Willen. Egal ob der Sterbliche half oder ein Geschenk vergab, oder gar andere Dinge die den anderen erfreuten. Sofern der angere glücklich wurde, war es Asslavai auch, und ihre Kraft wuchs…
Wann auch immer die Sterblichen einem Anführer Folgten, egal ob gezwungen oder nicht, ohne den Anführer zu betrügen, wurde Ghor Stärker. Wann immer ein Gesetz ungebrochen blieb, wann immer etwas unrechtes Recht gemacht wurde, erfreute es Ghor, und auch seine Kraft.
Aber dann wiederum half das Gegenteilige, das Brechen von regeln, das Stürzen von Oberhäuptern, der wilden Quaem. Die beiden Geschwister waren wahrlich Gegenteile.
Irgendwann begann Yollan, Aelleniv zu beobachten. Wie seine Macht wuchs wusste er nicht, und auch nicht die bedeutung seines Namens. Es war ein wahres Mysterium wie diese Kreatur beinahe seine eigene Macht überstieg. Irgendwas hatte dieser Gott an sich, etwas, welches Yollan ncih mochte. Es war ein unbekanntes Gefühl, der Angst ähnlich, nur schlimmer. Um vieles schlimmer…
Noch ein letztes Mal blickte er über die wenigen Götter, die nicht seine Brüder und Schwestern waren. Sie schienen die Sterblichen mit ihren Mächten verzaubert zu haben, die Mächte, welche diese ‚Rasse’ erschuf. Die Sterblichen beteten die an, die ihre Kräfte, ihren Höheren Stand in der Hierarchie und ihre Macht unter beweis stellten. Sie mussten nur vorbeilaufen, einen blitz vom Himmel fallen lassen, ein Haus in brand stecken, dann solch ein Feuer mit plötzlichem platzregen löschen, und schliesslich jegliche verwundeten heilen.
Diese Götter, ja, sie genossen die Macht die in ihren Adern floss. Yollan mochte das nicht. Er wollte nicht, dass die Sterblichen wie Spielzeuge behandelt wurden, doch er konnte nichts tun. Er Schwor dass er den Götterkindern Freiheit gab, und sich nicht in ihre Angelegenheiten mische. Er würde sein Wort halten…

Gezeiten verstrichen- hall zumindest für die, die man Starbliche nannte – als Yollan plötzlich eine Idee hatte. Er würde seine eigenen Welten machen, seine eigenen Regeln, einen Ort, in dem nur er die völlige kontrolle hatte, zugleich aber allen half.
Er formte vier Welten, alle gleichzeitig, und die landschaft jedes der Welten war anders. Der erste war aus reinem Feuer und Lava, die Hitze unerträglich für jeden ausser ihn selbst. Die zweite Welt war aus reinem Wasser, perfekt und rein für die Fische und andere Meereswesen, sowie kreaturen, die weit anders waren, als alles bisher bekannte. Die dritte Welt war aus reiner Erde, gespickt mit Felsen, Metallen und Edelsteine. Nichts würde hier leben, was hier nicht geboren wurde. Die vierte Welt war aus reiner Luft, und die Winde die durch sie hindurch tanzten. Egal wo man hinsah, man konnte unmöglich erkennen wo oben und unten war.
Er erschuf diese vier Welten, vier Welten für die vier Elemente dier Natur. Von hier aus sollten alle ihre Kraft ziehen, wenn etwas erschaffen wurde, welches nicht wahrlich lebend war. Hier waren die Mächte der vier Elemente gebunden. Doch diese Welten waren noch nicht vollendet…
Um sie zu vollenden legte er Leben auf jedes der Welten. Die Kreaturen nannte er von da an Elementare. Doch nicht nur diese neuen Wesen erschuf er. Er machte weiters Leben welches noch keinen Namen tragen sollte….

Wieder verging eine lange Zeit. Die Welten, jedoch, hatten sich kaum verändert. Und Yollan hatte eine weitere Idee. Er fragte sich, was wohl passieren würde, wenn die Sterblichen göttliche Macht in ihren Adern hätten, Macht, welches für das Gute, oder auch das Schlechte eingesetzt werden konnte. Er war sich sicher, dass er mit diesem Plan keineswegs sich in die Angelegenheiten der Anderen – seit Jahrtausenden keine Freunde mehr – einmischen würde.
Somit gab er jedem einzelnen Sterblichen einen einzigen Funken seiner Macht. Dann blicke er über sie alle, und suchte den einen, der den grössten Funken erhalten hatte, und diese neue Gabe gut benutzte.
Nicht lange musste er suchen. Er brachte diesen einen Sterblichen zu seiner alten, nun verlassenen Heimat, die Insel die er vor so langer Zeit geschaffen hatte, und begann mit dem Starblichen zu sprechen.

„Du Benutzt meine Gabe gut, Sterblicher.“ Sprach Yollan mit respekt.
Der verwirrte, schwache Mann konnte nicht sprechen.
„Bitte, ich bin nicht wie die anderen.“
„H–Herr, d–dies ist z–zu viel der Ehre!“ stotterte der Sterbliche.
Yollan lachte. „Wie ist dein Name?“
„D-Dreakoth A-Allui Korith H-“
Yollan unterbrach ihn. “Dreakoth.”
“W-Wie Ihr wünscht, Herr.”
Yollan lachte abermals. Es war irgendwie amüsant mit einem Starblichen zu reden, der ihn so respektierte.
„W-was wünscht Ihr?“ fragte Dreakoth vorsichtig.
„Wirst du meine Bitte akzeptieren, einer von uns zu werden? Ein Gott?“
Nun war der Sterbliche wahrlich sprachlos. Sein ausdruck war gleich als ob plötlich alle flüsse aufwärts flossen und die Toten aus ihren gräbern stiegen um wieder ein heiteres Leben zu führen. Ja, sein Ausdruck war verwirrt, schockiert. Kein wunder. Ihm wurde das höchste Angebot für einen sterblichen geboten.
‚Vielleicht gibt es doch ein grösseres Angebot…’
Yollan gab Dreakoth etwas Zeit. Für die Götter war es kaum einen Moment, für Dreakoth, aber, waren es Tage.
Dann, endlich, gab der Sterbliche seine Antwort.
„Ich werde annehmen, Herr. Ich werde meinen Platz als Gott einnehmen.“ Sprach er, stolz.
Yollan nickte, dennoch musste er diese Kreatur warnen. „Du wirst in Ewigkeit Leben, wirst Welten sehen die erblühen und dann verblassen, du wirst Erschaffung und Zerstörung sehen, wirst Leben und Tod erkennen, wirst fliessen so wie wir, wirst dich stärken und schwächen wenn sich dinge verändern, ganz besonders du, denn ich werde dich an meine Gabe binden, das, was ich von nun an Gottesblut, Shei’torr, Magie nennen werde.“
Mit diesen Wortten wurde Dreakoth in ein blendendes Licht gehüllt, blendend für jeden ausser dem Ersten.
Momente vergingen bis der neugeborene Gott aus dem Licht befreit wurde. Er sah auf sich herab, keinen unterschied erkennend. Er hatte noch immer seine normale Haut, seine Hände waren gleich und seine Kleider – sie waren anders! Er trug nun eine lange, blau-violette Robe, nicht das alte, verfallene braun. Und etwas, das er nicht erkennen konnte: Seine Augen waren einst ein tiefes, dunkles braun, doch nun waren sie ein starkes Violett, und seine haare, einst braun und rot, waren ein silbernes weiss.
Nun war er ein Gott, und sah wie einer aus. Nun würde seine Macht, Magie, fliessen, wie es die Elemente auch taten. Aber noch etwas fehlte… Yollan konnte es spüren.
Die Sterblichen! Sie waren alle gleich, alle ähnlich Dreakoth, auch wenn sie leicht verschieden aussahen, sich anders anfühlten, sich anders benahmen – sie waren trotzdem alle nur eine Art.
Yollam musste mehr erschaffen. Er musste verschiedene Rassen in die Welten bringen, mit verschiedenem aussehen und verschiedenen stärken. Nun war es an der Zeit, dass die Welten erblühen sollten…

Der Erste, wie er bald von allen genannt würde, kreierte viele, viele neue Rassen für die neuen Welten die er nur für diese gemacht hatte.
Er formte die Elfen, nobel, geschickt und schnell, als auch verbunden mit der Natur. Diese Kreaturen erinnerten ihn an Aelleniv – oder auch anders herum. Wie auch immer, sie waren leicht gebaut, hatten grüne Augen und erschienen ab und an gar zerbrechlich… und diese spitzen Ohren waren ein Merkmal.
Dann erschuf er die Zwerge, kurze, kleine Leute, dennoch kräftig und ausdauernd. Er gab ihnen Bärte und entschied dass ihre Heimat die tiefen Berge sein sollten, denn es erschien ihm, als ob sie dort am besten passen würden.
Nach den Zwergen machte er sich daran, das Kleinfolk zu erschaffen. Sie waren kleine Versionen der alten Sterblichen, die er begann ‚Menschen’ zu nennen. Diese kleinen Kreaturen waren schell, ein wenig wie die Elfen, nur ohne diese Ohren und etwas haarig… Ihre Heimat, aber, waren nicht die Wälder, sondern die Hügelländer.
Als nächstes erschuf er die Orks, brutale, wilde Kreaturen, beinahe wie wahre Bestien. Sie waren Stark, Wiederstandsfähig, zwar nicht unglaublich klug, aber dafür um so stolzer. Als letzen Tupfer musste er ihnen einfach einen Hauch von Spitzohr geben. Eine geeignete Heimat konnte er für diese grossen Kreaturen nicht finden, daher gab er ihrem Zuhause eine grosse Vielfalt.
Yollan war aber noch nicht fertig. Er Formte viele, viele andere Rassen, und jeder von ihnen hatte einen Gott. Die Welten wuchsen, und die kleine Insel der Götter wurde grösser. Aus dem einzelnen Gebäude wurde schon fast eine Stadt.
Einige Zeit lang beobachtet der Erste alles, doch er erkannte, dass noch etwas fehlte. Irgend etwas…
Dann kam ihm eine Idee.
Er Machte 5 Welten, die alle im Zentrum miteinander verbunden waren. Alle fünf Welten wurde durch eine immense Kraft zusammengehalten. Und auf jedem der fünf Welten legte er eine einzelne Rasse, eine, welche klüger und schöner als die Menschen war. Dennoch waren sie wohl nicht so Weise, sie es die Menschen werden konnten… Doch es war egal. Er machte diese Rasse, und auch ihren Gott. Den neuen Gott nannte er Aelkor, und gab ihm Macht sowie anweisungen. Die menschenähnliche Rasse nannte er Alasch, und hoffte dass sie so werden würden, wie er es sich erhoffte. Eines Tages, in weiter ferne… Doch dies war nicht sein wahrer Plan.
Noch ein Mal schuf er eine Welt. Noch ein mal schuf er eine Rasse. Doch diese war nicht wie die anderen. Diese Kreaturen waren nicht Menschenähnlich. Sie waren kolossale, Echsen-ähnliche Wesen – zumindest die meisten waren es. Sie waren mächtig, stark, einige edel und andere weniger. Sie hatten grosse Schwingen, waren durch die steinharten Schuppen geschützt, die sie trugen, und ihre Klauen waren so scharf dass sie diamanten schneiden konnten. Diese Bestien, er nannte sie Drachen, wurden in verschiedensten Variationen erschaffen, mit verschiedenstem Aussehen und verschiedensten Fähigkeiten, und so setze er sie auch auf die verschiedensten Orte.
Und so wurden die Welten, welcher der Erste erschuf, und auch das, was er in diesen Welten wollte, vervollständigt. Doch andere machten selbst mehr, und ihre Welten wurden auch grösser, und ihre eigenen Kreationen begannen auf den Welten zu Leben. Von allem gab es mehr. Alles schien gut – bis eines Tages…

„Erster,“ sprach Ghor zu Yollan, welcher von jedem Gott den er kannte umkreist war, ohne ausnahme. „Deine Kraft wird genommen.“
„Sei vorsichtig was du sagst, alter Freund! Ich bin nicht der wahre Verräter hier!“ antwortete er scharf. Vielleicht etwas zu scharf…
Die anderen um ihn herum murmelten, dieses Mal ohne Verständnis, sondern mit Wut. Sie hatten einen Grund, denn sie kannten ihren Ersten nicht gut, und nun würden sie die Wahrheit sehen. Zumindest dachten sie das.
Noch ein solcher Fehler, und er würde hier wahrlich sterben…
„Schweigt!“ sprach Ghor in einem kommandierendem Ton.
Und erst jetzt bemerkte Yollan etwas. Es hatte so lange gedauert!
Alle Götter, egal wie sehr sie sich hassten oder liebten, wie sehr sich sich mögten oder verabscheuten, egal was war – sie waren nun alle zusammen, arbeiteten zusammen, in gemeinsamem Frieden.
Wäre er in einer besseren lage gelesen, hätte es ein wunderbarer Anblick werden können, doch sie waren beisammen um ihn zu vernichten.
Doch während er in Gedanken war, verpasste er die Worte seiner sieben einstigen Freunde. Sie alle sprachen die Worte, die die anderen überzeugten, und er verpasste, wie alle im einklang begannen zu sprechen…
Als er wieder in der Realität war, hörte er zuerst die gemeinsamen Worte.
„Nein!“ schrie er, in Furcht und Wut. Sein Untergang wäre jetzt…
„Ihr Sieben die ich einst Freunde nannte! Ihr Sieben die ich einst liebte als Brüder und Schwestern! Ihr Sieben habt mich Verraten! Ihr sollt in Dunkelheit verfallen so wie auch ich! Ihr sollt eines Gottes Tod sterben! Ihr sollt zahlen für den Verraten gegen mich und meinen Erschaffer!“ schrie er. Ein Fluch, war es, einer, der zum Zeitpunkt seines Untergangs seine Wirkung zeigen würde. Die Götter würden seine Macht rauben, und dadurch auch sein Leben…
Langsam spührte Yollan wie er verschand. Er verschwomm langsam, so als ob er niemals existiert hätte. Die Sonne, die gerade steigen wollte, entschied anders, und versank stattdessen nochmals, sodass die Nacht einbrach, bevor es jemand überhaupt bemerken konnte. Und dann blieb es Nacht. Der Tag wollte nicht kommen. Und als Yollan beinahe völlig verschwand, blickte er zu den Sternen. Nichts und Niemand würde ihn nun retten. Ausser vielleicht einer…
„Oh mein Vater, hast du dein Kind vergessen? Wirst du zumindest meine Seele retten wenn ich entschwinde?“ fragte er in einem flüstern.
Keiner antwortete, und alles wurde dunkel. Keine Gedanken, kein Gefühl, kein Sehen, kein Hören – nichts. Es war nichts mehr da, und dennoch existierte noch alles.
Und der Erste Gott entschwand vom Gesicht der Welten, während die sieben Verräter in der Dunkelheit landeten, einem Ort, wo der Tag niemals kommen würde, und wo ihre Kräfte vom Nichts verschlungen würde.
Die anderen Götter fuhren mit ihrem Leben fort, so als ob nichts jemals geschehen wäre. Ihre Welten wurden grösser, die Rassen wurden vielfältiger, und nichts würde diese Entwicklung unterbrochen.
Wenn der Träumer vergessen hätte…

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