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Morielen Offline

Die Träumerin


Beiträge: 306

30.06.2008 15:40
Die Amici antworten

Julia rannte so schnell sie konnte, die Äste und Zweige ignorierend die ihr ins Gesicht schlugen und ihre Arme und Beine zerkratzten doch das Bersten hinter ihr verriet dem Mädchen das sie nicht schnell genug war, der Bär holte auf. "Schneller, schneller" feuerte sie sich an und versuchte noch einmal zu beschleunigen, aber das schmerzhafte ziehen in ihren Beinen sagte ihr das es vergebens war. "Warum bemühe ich mich eigentlich? Es ist doch sinnlos, einfach hinfallen und sterben.. wenn ich Glück habe geht es ganz schnell". Noch während sie das dachte strauchelte sie und geriet ins Stolpern. "Nur noch ein Stückchen Kleine, nur noch ein paar Meter! Ich bin gleich bei dir!" Die Stimme hallte seltsam in ihrem Kopf doch der Schreck tat seine Wirkung, sie kam wieder auf die Beine und rannte weiter, und wirklich da zwischen den Bäumen stand ein junger Mann der ihr aufmunternd zulächelte.
"Keine Angst junge Dame ihr seid nun in Sicherheit" Mit diesen Worten ging der Wahnsinnige mit diesem eigentümlich friedlichen Lächeln an ihr vorbei um sich unbewaffnet dem Bären zu stellen. "Naja besser er als ich" schoss ihr durch den Kopf als sie sich in Erwartung der Schmerzensschreie hinter einen Baum warf. Als aber nach ca einer Minute immer noch nichts zu hören war wagte sie es vorsichtig um die Ecke zu blicken. Der Anblick ließ sie fast an ihrem Verstand zweifeln, da stand der Junge und hielt den Bären der sich in seine Schulter verbissen hatte entspannt im Arm, ja tätschelte ihm sogar zärtlich die Schnauze während er beruhigend auf ihn einredete. Sanft und vorsichtig wie ein Mütterchen das seiner liebsten Katze einen Dorn aus der Pfote zieht öffnete er die Schnauze des Tieres, als wäre dessen Sicherheit sein einziges Anliegen. "Ist ja gut mein Großer, du hast tapfer gekämpft aber hier kannst du nichts erreichen". Sacht schob er das Tier das wütend auf ihn einschlug zurück in den Wald. "Ich werd verrückt! Er hat nicht einen Kratzer, aber seine Kleidung ist doch total zerfetzt.. das das kann nicht sein." In diesem Moment drehte er sich um und Lächelte sie mit diesen strahlend weißen Zähnen an. "NEIN! Nein! komm nicht näher du.. du bist kein Mensch du bist ein Monster!" Panisch fuhr sie herum und rannte los... frontal in einen Baum und Schwärze umfing sie. Als sie wieder aufwachte lag sie an einem nahe an einem wärmenden Feuer und ein wunderbarer Geruch nach Essen lag in der Luft. "Grüße dich junge Dame, ich hoffe eure Kopfschmerzen sind nicht so schlimm." Das lächelnde Gesicht des Fremden schob sich in ihr immer noch verschwommenes Gesichtsfeld. "Ich fürchte ich habe es verpasst mich vorzustellen, werte Dame, denkt ihr ihr könnt mir diese Unhöflichkeit verzeihen? Falls ja, würde ich mich höchst geehrt fühlen euch als Gast an unserem Feuer willkommen zu heißen, mein Name ist für deinesgleichen nicht aussprechbar, aber Alrik dürfte genügen, dies hier ist meine Familie." Kaum hatte er das gesagt als auch schon 4 weitere Gestallten in das Licht des Feuers traten. "Dies sind Bertha, Elisabeth, Orgoth und Hyperion" Sagte der seltsame Mann mit seiner sanften melodischen Stimme. Nun als sie ihn sich näher ansehen konnte stellte sie auch fest was sie an ihm und seiner Familie so eigentümlich vorkam. "So sehen doch keine Menschen aus! So wollen Menschen aussehen aber sie so sind wir nicht!" Wirklich fast sah es so aus als hätte jemand die Statuen, die Herrscher von sich machen lassen, als Vorbild für diese seltsame Familie genommen. Noch während sie das dachte stellte ihr der Mann der ihr als Hyperion vorgestellt worden war eine Schale mit Suppe hin. Ein paar Minuten später wusste sie zwar immer noch nicht genau was sie von diesen komischen Gestallten halten sollte, aber zumindest konnte jemand der so gut kochen konnte nicht gänzlich böse sein. Satt und zufrieden schlief sie auf dem Schoß ihres unbekannten Retters ein.
Zwei Tage später:
"Ihr seid also die Kinder der Götter? Also wirklich so richtig, ihr kennt sie so richtig und nicht nur ihre Statuen im Tempel?" "Nun ganz so ist es nicht, meine Familie und ich, unser ganzes Volk wurde geschaffen als einer der alten Götter einsam war. Du musst wissen die Ewigkeit ist eine lange Zeit und niemand erträgt sie alleine, auch ein Gott nicht und so schuf unser Vater uns auf das er Jemanden habe der ihn unterhalten sollte. Wir leben ewig, unser Vater entfernte den Dorn der Zeit aus unserem Fleisch als er uns schuf, so das unser Leben, so wir nicht vernichtet werden, für immer währt." Mit einem Lachen hackte sie sich bei ihrem neuen Freund unter. "Euch vernichten? Ich habe gesehen wie du mit dem Bären gekämpft hast, wer soll euch schon etwas anhaben?" Verdutzt stutzte sie als ihr sonst so fröhlicher Gefährte plötzlich ernst wurde. "Du irrst dich, ich habe nicht gekämpft, ich habe ihn festgehalten und dann einfach weggeschoben, das ging nur weil er viel schwächer war als ich." "Nun komm schon, was hättest du denn gemacht wenn er stärker gewesen wäre als du? Währst du einfach weggelaufen und hättest mich im Stich gelassen?" Mit einem leisen Lachen schüttelte ihr Begleiter den Kopf. "Aber sicher nicht, ich hätte mich fressen lassen und dir damit die Zeit erkauft die du benötigt hättest um zu fliehen." Als er ihr ungläubiges Gesicht sah fuhr er fort zu zu sprechen. "Wir wurden erschaffen um ihn zu unterhalten, aber da er gesehen hatte was die Kinder der anderen Götter ihren Eltern antaten hat unser Vater uns ein absolutes Gedächnis gegeben, so das wir nicht in der Lage sind auch nur eine Kleinigkeit zu vergessen." "Und was ist daran so schlimm? Ich meine mein Vater hat mich immer ausgelacht weil ich alles vergessen habe, und ihr vergesst nie was, das muss doch toll sein, oder?" "Hmm ich verstehe was du meinst.. lass es mich anders formulieren, hast du schon mal jemanden aus versehen verletzt? Jemandem heiße Suppe drübergekippt oder etwas ähnliches?" "Ja, als ich 8 war hab ich meiner kleinen Schwester beim Toben den Arm gebrochen." "Und weist du noch was du gefühlt hast als dir klar wurde was du getan hast, ja dein Blick sagt mir du hast es noch nicht ganz vergessen. Aber der erste Schock und das Entsetzen haben sich nicht lange gehalten, oder? Du hast die gesagt das es nicht wirklich deine Schuld war, dein Verstand hat das Geschehene relativiert und schon kurz darauf hast du kaum mehr daran gedacht. Das ist der Fluch unserer Erinnerungskraft, für uns würde es immer so sein wie für dich in dem Moment als du ihr den arm gebrochen hast. Das würden wir nicht ertragen, da sterben wir lieber. Denn das ist unsere Art, wir sind die Amici, wir sind Freunde der Götter...

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~ ... so singt es der Wind ... ~

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