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 Fertige Geschichten
Freyr Offline

Letztgültige Instanz


Beiträge: 1.595

08.07.2008 20:25
Die schwarze Parade antworten

Ein traurig grauer Tag. Eine lange Reihe schwarzer Gestalten, Maskiert, Verkleidet. Stumm, nicht ein Geräusch erhob sich, über den verstummend lassenden, Stille verheissenden, Lärm, von Zehntausend Füssen.
Nicht ein Wort wurde erhoben, in dieser schwarzen Parade. Der Zug aus tausenden schwarz gekleideten, maskierten Menschen ging weiter.
Die Verkleidungen reichten von einfallsreich fantastisch, bis ärmlich armselig. Doch ihnen allen war eines gemeinsam, sie alle waren in Schwarz gehalten. Nicht eine Farbe war zu sehen, nur Schwarz so weit das Auge reichte. Auch die Masken waren schwarz, Gesichtslos, nur mit Öffnungen für die Augen und die Nase versehen.
Der Zug erstreckte sich über Meilen, und zog sich als schwarzer Wurm die grosse Strasse entlang. Jeden Abend machte der Zug Pause, an einer der grossen Stätten.
Hier rasteten sie, hier tranken sie Wasser aus den reinen Quellen, doch sprachen sie kein Wort, und auch keine Nahrung berührte ihre Lippen.
Mit der Morgendämmerung zog die schwarze Parade weiter. Nicht ein fremder Ton störte die Stille, nur das allgegenwärtige Geräusch der marschierenden Füsse war zu hören. Doch auch dieses klang verhalten, als würde jeder Schritt gedämpft werden, wie durch Nebel oder so als würden sich die Geräusche nicht trauen lauter zu erklingen.
Jeden Tag kam die schwarze Parade näher an ihr Ziel, und an jedem Abend wurde gerastet, reines Wasser getrunken, und kein Wort gewechselt.
Dann, am siebten Tag, in der höchsten Hitze des Tages, die dennoch seltsam gedämpft war, und einem wie ein kalter Hauch vorkam, wenn man die schwarze Parade erblickte, kam sie an ihrem Ziel an.
Eine gewaltige Stadt erstreckte sich vor ihnen, und die schwarze Parade ergoss in die Strassen der Stadt. Doch auch hierhin erstreckte sich die Stille. Nirgends in der Stadt war eine Farbe zu sehen. Alle Bürger trugen Schwarz, und die Masken und die Kleidung liessen nicht einmal erkennen was für ein Geschlecht der Träger hatte.
Alle Gebäude waren mit schwarzem Tuch verkleidet, und die Strassen waren mit schwarzen Blumenblättern bestreut.
Die schwarze Parade wanderte weiter, bis tief in die Stadt, und dann darüber hinaus. Bis in die Ebenen hinter der Stadt. Hier erstreckte sich ein gewaltiges, mit Ruinen bedecktes Tal. Dies war die Totenstadt, und hierhin führte die schwarze Parade. Und hier rastete der Zug ein letztes Mal, und hier tranken sie ein letztes Mal reines Wasser, und hier schwiegen sie ein letztes Mal.
Dann, als die Mitte der Nacht nahte, ging eine Wandlung vor sich. Das Schwarz verschwand, und überall im Tal wurden Fackeln entzündet. Das Licht der unzähligen Fackeln, Laternen, Kerzen und Lampen liess das Tal wie im Schein eines Sternenhimmels erstrahlen. Die Kostüme wurden gewendet, und plötzlich erstrahlte der ehemals schwarze Zug, in blendendem Weis. Die Masken wurden abgeworfen, und überall erklangen Instrumente. Es wurde nicht ein einzelnes Lied gespielt, aber ein jedes Lied war derselben Sache gewidmet, der Freude am Leben, der Freude am Gesang, der Freude Am Essen und am Trinken. Und so tanzten sie, und so feierten sie, und so waren sie fröhlich wie schon seit langer zeit nicht mehr. Und als der Mittag kam fing die weisse Parade an durch die Stadt zu ziehen, und diese war nicht mehr schwarz, sondern erstrahlte in einem blendenden Weis, und ein jeder Bürger trug das Weis der Feiernden, und ein jeder stimmte ein, in die Lieder über die Freude des Lebens, über die Freude des Tanzens, des Singens und des Feierns.
Die Sonne schien hoch vom Himmel, und die Feiernden bewegten sich aus der Stadt hinaus. So zog die weisse Parade wieder aus dem Lang. Und in jeder Nacht machten sie Rast, und es wurde gegessen, getrunken und gefeiert bis zum Morgengrauen. Und dann zogen sie weiter, sieben Tage lang, bis sie wieder da waren wo sie losgegangen waren.

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