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Freyr Offline

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Beiträge: 1.595

19.01.2009 23:29
Asche - das Tagebuch antworten

Asche bedeckt die Ebene die vor kurzem noch grün war, und vor Leben übersprudelte. Tierkadaver verrotteten und ihr Gestank macht jeden Atemzug zur Qual, die Asche, so sie denn einen Weg in die Lungen findet füllte sie bis keine Luft mehr hineinpasste und lies einen jämmerlich ersticken.
Es war nicht lange her, das dieses Land als das schönste der Welt gerühmt worden war. Ein Land dessen grüne Auen und reiche Wälder einen Frieden und eine Ruhe ausstrahlten die wahrhaft magisch erschien.
Doch, dann kam der Krieg, und auf dem Höhepunkt des Krieges der Kataklysmus.
Und unsere Welt starb.
Nun versuchen wir zu überleben, heute, morgen, am Tag danach, solange bis es wieder Hoffnung gibt, solange bis es wieder einen Grund gibt Neu anzufangen, einen Grund wieder zu Leben.

Nun führen unsere Schritte uns aus unseren geborstenen Städten und zerfallenden Palästen über die zerstörten Ebenen, um jeden Schritt kämpfend, um jeden Atemzug ringend. Nicht viele haben den Fall überlebt, und noch weniger werden es Morgen sein. Wie viele am Ende übrig sein werden, wer kann das schon sagen, vielleicht niemand. Vielleicht überlebt keiner von uns diesen Marsch, keiner die Kälte, die Stürme, den Hunger, den Durst, und die Dinge die in der Dunkelheit auf uns warten, sowohl Menschlich, wie Unmenschlich.

Dies ist die meine Geschichte, mein Tagebuch. Ich bin Azeal Temperanta Dimuria, die letzte aus dem Hohen Haus der Helenika. Ich bin die Erbin eines Thrones der unter den Trümmern des Herrschaftspalastes begraben wurde. Ich bin Tochter von Nemrod Holkas Jonakas, dem letzten Kaiser aus dem Hohen Haus der Helenika. Doch, Titel und Verwandschaft spielen keine große Rolle mehr dieser Tage. Zuviel ist zerbrochen, zuviel zugrunde gegangen. Ich werde in diesem Tagebuch unsere Reise festhalten, und sei es auch nur damit ich ein wenig bei Verstand bleibe, in dieser von Chaos und Wahnsinn erfüllten Welt. Deshalb also, erwarte nicht zu viel, der der du dieses Buch vielleicht eines Tages finden magst. Wer weis, vielleicht bricht es eines Tages ganz einfach ab, ohne eine Spur von dem was mit mir passiert ist. Aber, vielleicht erfährst du aus diesem Buch ja auch wie wir geschafft haben zu überleben, wie wir unser ganz persönliches Glückliches Ende feiern konnten. Aber, wie auch immer dieses Buch ausgeht, ich beneide dich, leser, denn, du musst dies nicht durchleben, sondern kannst das Buch einfach weglegen, wann immer dir die Geschichte zu traurig wird, zu hart, zu grausam. Ich aber kann das nicht, denn ich lebe hier, und jetzt. Deshalb also, störe dich nicht, unbekannter Leser, wenn ich dich hin und wieder einmal anspreche, aber, mit irgendwem muss ich manchmal sprechen, muss meine Gedanken los werden. Denn sonst werde Ich, so befürchte ich, genauso wahnsinnig wie die armen die direkt in den Spalt gestarrt haben, und danach, obwohl vollkommen unverletzt, doch angefangen haben ihre Köpfe solange gegen Wände zu schlagen bis der Schädel aufbrach und sich das Gehirn im Raum verteilte. Mit diesem Vorwort beginnt also mein erster Regulärer Eintrag, quasi ein Nachtrag zu meinem letzten echten Tagebucheintrag, damals, als alles noch gut war. Und es kommt einem seltsam vor, aber, diese eine Woche scheint länger gedauert zu haben als mein ganzes bisheriges Leben.

1 Tagebucheintrag, Datum unklar, vermutlich aber irgendwas zwischen 6 und 7 Tage nach dem Ende der Welt.

Die Sonne ist auch Heute nicht rausgekommen. Die dunklen Wolken verdecken sie noch immer, und die einzige Tatsache die darauf hinweist das es Tag ist, ist das man nun mehr als nur ein dutzend Schritt weit sehen kann. Aber nicht viel mehr. Wir haben nicht viel Strecke zurück gelegt in den letzten 3 Tagen, aber, das wird sich sicherlich bald ändern, sobald die ersten der Schwachen und Kranken anfangen zu sterben. Klingt das hart? Ja, sicherlich, und vor einer Woche noch hätte ich mir nicht vorstellen können so über andere Menschen zu denken, mir nicht vorstellen können das alte und schwache für mich nichts als Balast darstellen könnten, der uns langsamer macht, und wertvolles Wasser und Essen verbraucht. Aber, ich habe mich verändert, so wie sich die Welt verändert hat. Wir sind nicht viele, vielleicht 3 Dutzend, die meistens davon Palastwachen und die ihrer Familien die noch am Leben waren. Der Rest, Überlebende die wir auf dem Weg aus der Stadt raus gefunden haben. Ich weis nicht wie lange wir laufen müssen, noch ob die Richtung in die wir laufen überhaupt sinn macht, aber, wir brauchen ein Ziel. Etwas an das wir glauben können, denn, wenn wir nicht einmal mehr den Funken einer Hoffnung haben, können wir uns, nein, werden wir uns einfach hier hinsetzen und auf den Tod warten.
Unser Ziel sind die Berge, es gibt einige Städte und Festungen dort die den Kataklysmus gut überstanden haben könnten, aber, der Weg dahin ist weit, über 300 Meilen, und die meisten von uns sind das Laufen nicht gewohnt, ich auch nicht, also können wir am Tag nicht weit gehen.
Auch das nicht ein einziger Magier den Kataklysmus überlebt hat, ist ein Problem. Nicht ein einziger Magier unter Tausenden. Und, ich bedauere ihren Tod nicht, immerhin sind sie Schuld an dem ganzen, aber, irgendwie macht mich der Gedanke, das die Welt nie wieder die Wunder und die Freude die die Magie gebracht kennenlernen wird traurig, melancholisch fast. Aber, das ist sicher nur mein Kopf, der versucht mich davon abzulenken wie hoffnungslos unsere Lage eigentlich ist. Und, ich lasse mich gerne ablenken, während ich also die Augen schließe und mir vorstelle in den Palastgärten zu sitzen und den Hofmagiern beim Trainings zu zu schauen, werde ich ruhig, und für einen kurzen Augenblick kann ich mich fast der Illusion hingeben das alles noch so ist wie früher, das noch alles in Ordnung ist. Aber, dann kommt wieder ein Ruf, wieder ein Schluchzen, wieder einmal der ruhelose Wind, der Asche und den Gestank der zerstörten Städte mit sich trägt, der die Illusion wieder verblassen läßt, und mich wieder bewusst werden lässt, wo ich eigentlich bin.
Nun ja, ich bin müde, und, wir haben morgen wieder einen langen Tag vor uns.

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