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Freyr Offline

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Beiträge: 1.595

01.02.2009 17:38
Erster Teil - Ein Treffen im Mondschein - überarbeitet antworten

Ein Treffen im Mondschein


Eine mondlichtbeschienene Ruine, antike Steinsäulen und grasüberwachsene Marmorplatten. An einer Säule lehnt ein junger Mann, etwa Mitte zwanzig, sein langes, tiefschwarzes Haar ist in einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Er trägt einen hellbraunen Trenchcoat und hält den dazu passenden Hut in der Hand. Unter dem Trenchcoat lassen sich graue Farbmischungen erkennen, er trägt wohl Kleidung in urbancamoflage.
Einige Zeit geschieht nichts, der Mann starrt in den Himmel , die Arme vor der Brust verschränkt und scheint die Sterne zu betrachten, aber von dem distanzierten Blick in seinem Gesicht ausgehend, könnte er wohl auch genauso gut in Gedanken verloren sein.

Dann dreht er plötzlich den Kopf zur Seite und blickt in den Schatten zwischen zwei Säulen. Zuerst scheint sich dort nichts zu befinden, doch dann schält sich aus diesen eine Gestalt. Eine junge Frau, sie scheint Anfang 20 zu sein, ihr dunkelblondes Haar fällt offen über ihre Schultern. Das Mondlicht wird von zahlreichen silbernen Strähnen in ihrem Haar reflektiert, so das es aussieht, als hätte sie sich silbernes Geschmeide ins Haar geflochten. Ihre Kleidung ist mattschwarz und reflektiert nur wenig Licht, so als ob noch immer Schatten mit sich tragen würde. Sie verhüllen die Form und lassen nur schwer erkennen was sie eigentlich trägt.

Zögerlich beginnt sie zu sprechen. „Hallo Shatter, ich bin froh das du gekommen bist.“

Der so Angesprochene mustert sie kurz, antwortet dann aber. „Hallo Lydia, die Freude ist ganz deinerseits. Also, weshalb hast du mich hierher gebeten?“ Er lässt seinen Blick über die Ruinen schweifen. „Immerhin ist dies hier nicht unbedingt der beste Ort für ein Treffen.“

Angesichts der Unfreundlichkeit seufzt sie kurz, entgegnet aber sogleich. „Ich habe dich hierher gebeten, weil ich in Ruhe mit dir sprechen wollte, ohne, dass uns jemand stört, oder uns jemand belauschen kann.“

Noch immer hat er die Arme vor der Brust verschränkt. „Ok, also, was willst du von mir? Ich hab dich immerhin seit der Sache vor drei Jahren nicht mehr gesehen, und dann so plötzlich 'ne Nachricht von dir. Das kam ziemlich unerwartet. Ich hab eigentlich gedacht du wolltest mich nie wieder sehen. Das du mich plötzlich so aus dem Nichts heraus kontaktierst, hat mich schon ziemlich überrascht.

Lydia zögert zuerst, wendet den Blick ab, beginnt dann aber zu sprechen. „Ich wollte dich treffen, weil ich dir etwas sagen muss, etwas ist passiert, es...“ sie zögert wieder, spricht aber nach einem kurzen Blick zu Shatter weiter, „Es hat mit Alexander und dem Vorfall vor drei Jahren zu tun.“

Daraufhin wirft Shatter ihr einen fragenden Blick zu, und antwortet dann mit hochgezogener Augenbraue. „Mit Alexander? Hm, der ist doch Tod -oder? Ich meine, ich habe ihn immerhin eigenhändig getötet, ich sollte es also wissen.“

„Ja, das dachten wir auch alle, aber, es hat sich heraus gestellt, dass er nicht so tot war wie wir annahmen.“ Sie verstummt wieder, schüttelt kurz den Kopf um sich zusammen zureißen, und spricht weiter. „Er hat Samuel entführt. Und...er hat eine Nachricht hinterlassen...“

Shatter scheint davon eher unbeeindruckt, und antwortet dann mit leicht schräg gelegtem Kopf und nachdenklichem Gesichtsausdruck. „Hm. ... Samuel entführt, ha, konnte den Bastard noch nie leiden,“ sieht Lydia ins Gesicht „und was hat das mit mir zu tun?“

Sie hält den Blick noch immer abgewendet, als traute sie sich nicht, ihm ins Gesicht zu blicken. Nach kurzem Zögern antwortet sie dann. „In der Nachricht die er hinterlassen hat steht, dass er dich treffen will, sonst sehen wir Samuel nie wieder.“

Wieder zieht Shatter eine Augenbraue hoch, scheinbar einer seiner Lieblingsgesichtsausdrücke. „Ach, und was geht mich das an?“ Er beugt sich vor, die Arme noch immer vor der Brust über kreuzt. „Warum sollte es mich interessieren, was mit ihm passiert, hm? Immerhin hast du dich ja damals ihm an den Hals geschmissen, also kann es mir doch scheißegal sein, was mit diesem Vollidioten passiert.“ Er lehnt sich wieder an die Steinsäule und schnaubt verächtlich. „Es ist ja nicht so als ob ich diesem Bastard irgendwas schuldig wäre, immerhin habe ICH damals allen den Arsch gerettet, und nicht Mister Ich-weis-alles-besser-und-schlafe-mit-der-Freundin-meines-besten-Freundes.“

„Es tut mir Leid, in Ordnung? Es tat mir damals Leid, und es tut mir heute immer noch Leid.“ Jetzt sieht sie Shatter in die Augen. „Aber es ist ja nicht so, als ob du irgendwas dagegen getan hättest!“ Jetzt fängt ihre Stimme an lauter zu werden und sie starrt ihn wütend an. „Nein, Herr Ich-bin-zu-gut-um-meiner-Freundin-einen-Fehler-zu-verzeihen, du musstest dann ja durchdrehen, einen Typen umlegen, und einfach für ein Jahr von der Bildfläche verschwinden! Was hätte ich denn bitte schön machen sollen? Vor drei Jahren war unser Team am Boden, du verschwunden, Alexander tot, Samuel schwer verwundet und Parell ist immer noch in der Klapse.“ Sie verschränkt die Arme vor der Brust und starrt wieder zu Boden, leise spricht sie weiter, „was hätte ich denn machen sollen?“

Shatter hebt darauf hin die Arme halb vor seine Brust, so als wollte er Schläge abwehren. „Ok, Ok, schon gut. Wir haben damals alle Fehler gemacht. Wir waren damals jünger als gut für uns war, in Situationen, in die wir nicht hätten reingeraten sollen.“ Er verschränkt die Arme wieder vor der Brust. „Also, was willst du jetzt von mir?“

Lydia atmet durch und sieht Shatter wieder ins Gesicht. „Ich will,“ wobei sie beide Worte ausdrücklich betont, „dass du dich mit Alexander triffst um heraus zu finden was er will, und ich will,“ wieder betont sie die beiden Worte, „dass du Samuel rettest“

Shatter neigt den Kopf zur Seite und antwortet wieder mit seinem Lieblingsgesichtsausdruck. „Okay, und wieso sollte ich ihm den Arsch retten? Ich schulde ihm nichts!“

Lydia seufzt, lässt die Arme hängen und schaut wieder zu Boden. Leise antwortet sie. „Wenn du es nicht für ihn tust, oder für die Verantwortung die du einmal für uns alle hattest, oder die Verantwortung die du für das hast, was damals passiert ist, dann tu's für mich und die Freundschaft und Liebe die wir einmal für einander empfunden haben.

Daraufhin seufzt Shatter, schüttelt einmal gedankenverloren den Kopf, und schweigt für eine kurze Weile. Dann, ebenso leise wie sie sagt er, „Na gut, ich tue es für dich, und für das was einmal zwischen uns war.“ Etwas lauter fügt er hinzu, „Aber wenn das hier vorbei ist, will ich nichts mehr mit euch beiden zu tun haben, ist das klar?“

Bei seinen Worten seufzt sie einmal, und antwortet leise, „wie du willst.“ Sie wendet sich zum Gehen, verharrt aber noch einmal. „Weist du, ich hatte damals gehofft, dass es alles wieder gut werden würde, aber, ich habe mich wohl getäuscht.“ Sie sieht ihn bei diesen Worten nicht an, sondern blickt Gedanken verloren in den Nachthimmel.

Beib diesen Worten zuckt er zusammen, antwortet dann aber so gelassen wie möglich, „das hast du wohl.“ Dabei gilt sein Blick nicht ihr, sondern dem fahlen Licht des Mondes, das die Ruine in sanftes Licht taucht.

„Alexander will dich im Alten Park treffen, in zwei Tagen, um zwölf Uhr mittags.“ Seine Antwort erklingt leise, kaum hörbar „Ich werde da sein.“

Als sie davon geht ist es beinahe so als ob er noch etwas sagen wollte, er hebt schon den Arm um sie zurück zu halten, lässt ihn dann aber wieder sinken und verschränkt die Arme wieder vor der Brust. Mit einem Seufzer lehnt er sich wieder gegen die Steinsäule und murmelt leise, „wie konnte das alles eigentlich so katastrophal enden?“

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